Sonnenschutz als Teil des Kunst- und Klimakonzepts
Projekt Zentraldepot Museen und Archive, Regensburg
Facts & Figures
Baujahr: 2024
Bauherrschaft: Stadt Regensburg und Diözese Regensburg
Region: Regensburg (Bayern)
Das neue Zentraldepot für die Museen und Archive der Stadt sowie der Diözese Regensburg vereint Archive, Museumsdepots, Kunstsammlungen und Restaurierungswerkstätten unter einem Dach. Die markante Lochblechfassade erfüllt dabei gleich mehrere Aufgaben: Sie schützt die wertvollen Bestände, prägt die Architektur und bildet gemeinsam mit den Faltschiebeläden die Grundlage für das künstlerische Gesamtkonzept des Gebäudes. Gleichzeitig wurde das Gebäude so konzipiert, dass möglichst stabile klimatische Bedingungen bei einem minimalen Energiebedarf gewährleistet werden.
Sonnenschutz als integraler Bestandteil
Die elektrisch betriebenen Faltschiebeläden übernehmen im Zentraldepot eine doppelte Funktion. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimakonzept, reduzieren den solaren Wärmeeintrag und schützen die empfindlichen Bestände vor direkter Sonneneinstrahlung. Gleichzeitig fügen sie sich nahtlos in die architektonische Gestaltung der Gebäudehülle ein und werden Teil des gestalterischen Gesamtkonzepts. Die Anlagen sind vollständig in die Gebäudeautomation integriert und unterstützen so eine energieeffiziente und zuverlässige Regelung des Raumklimas.
Präzise in die Gebäudehülle integriert
Die Integration der Faltschiebeläden in die vorgehängte Lochblechfassade stellte hohe konstruktive Anforderungen. Damit die beweglichen Elemente im geschlossenen Zustand Teil der homogenen Gebäudehülle werden, mussten sämtliche Befestigungen und Führungssysteme eigens für das Fassadenkonzept entwickelt werden. Je nach Fenstergrösse kamen zwei- oder vierflügelige Anlagen mit Spannweiten bis 4,25 × 4,50 Metern zum Einsatz.
Ebenfalls wurde das aus rund 680’000 Nieten gebildete Kunstwerk präzise über die Faltschiebeläden hinweg fortgeführt. So tragen auch die beweglichen Elemente zum homogenen Gesamtbild der Gebäudehülle bei – ein eindrückliches Beispiel dafür, wie weit die Individualisierung der Sonnenschutz-Elemente reicht, damit Technik und Architektur eine gestalterische Einheit bilden.
Technik für höchste Anforderungen
Neben ihrem Beitrag zum Klimakonzept erfüllt die Anlage auch die hohen Anforderungen an Sicherheit und Betrieb eines öffentlichen Gebäudes. Die Steuerung ist mit der Gebäudeautomation, den Fluchtwegen und der Brandmeldeanlage verknüpft und gewährleistet jederzeit einen sicheren Betrieb.
Architektur, Technik und Kunst als Einheit
Die Lochblechfassade dient nicht nur dem Sonnen- und Klimaschutz. Sie bildet zugleich die Grundlage für ein grossflächiges Kunstwerk, das sich über die gesamte Gebäudehülle erstreckt. Damit die grafische Darstellung auch über die beweglichen Faltschiebeläden hinweg nahtlos fortgeführt werden konnte, mussten diese präzise in das Fassadenkonzept integriert werden. So übernehmen die Faltschiebeläden weit mehr als eine technische Funktion – sie werden zu einem sichtbaren Bestandteil der Architektur und tragen dazu bei, Funktion, Gestaltung und Kunst in einer durchgängigen Gebäudehülle zu vereinen.











